Wohn- und Architekturpsychologie

Der achtsame Weg zum Wohnen

Hier erfahren Sie mehr zu Ihrem authentischem Wohnen - Denn wenn sich Ihre "Innenräume" in Ihren Wohnräumen wiederfinden, werden Sie sich in Ihrem Zuhause wohl und geborgen fühlen. Dann wird Wohnqualität zu Lebensqualität!

Wenn Du Deine Wohnung achtsam gestaltest, gibst Du Deiner eigenen Wirklichkeit den Raum, der Dir gut tut. 

Mit Achtsamkeit können wir die Dinge, unsere Gedanken, Stimmungen und Emotionen so wahrnehmen, wie sie sind und das hilft uns letztlich, mit Alltagsstress besser umzugehen. Achtsamkeit trägt daher zu einem gesunden Leben bei.


Bedürfnisse statt Modetrends

Um unsere Wohnung zu einer Oase für unsere Gesundheit zu verwandeln, brauchen wir genau diese Achtsamkeit. Nicht den Modetrends zu folgen, sondern unsere eigenen Wohnbedürfnisse zu erkunden und sie dann konkret im eigenen Wohn-Raum umzusetzen, dazu bedarf es keiner teuren, stylischen, der Modewelt unterworfenen Möbel, aber sehr wohl an Einrichtungsgegenständen, die nachhaltig hergestellt sind. Diese sind langlebig und können individuell an unsere Bedürfnisse angepasst werden.

Viele Menschen sind es gewohnt, aus Hochglanzmagazinen bekannte designte Innenräume als DEN hippen, dem Zeitgeist entsprechenden Wohnstil vermittelt zu bekommen und dann auf fertige Lösungen aus Möbelhäusern zurückzugreifen. Selbst als Fachfrau war ich überrascht, als ich beim Durchblättern von zwei bis drei Jahre alten Wohnzeitschriften entdeckte, dass das gleiche Interior, lediglich in einer anderen (Mode)Farbe eingefärbt, in einem aktuellen Wohnmagazin zu sehen war – alles möglich, durch entsprechende Bearbeitungspro-gramme und einfach auf die herrschende Modefarbe angepasst.



Achtsamkeit führt zu Deinen Wohnbedürfnissen

Wir merken nicht mehr, wie wichtig es wäre, auf unsere individuellen Wohnbedürfnisse zu achten. Deshalb sollte man, wenn ein Wohnproblem nach Lösung verlangt, nicht in ein Möbelhaus gehen, sondern achtsam überlegen, welches (Wohn-)Bedürfnis gerade erfüllt werden möchte und was man dafür braucht. Immer dann, wenn wir nicht spüren, was in uns vorgeht, welche Bedürfnisse gerade erfüllt werden möchten, suchen wir oberflächliche Scheinlösungen. Herauszufinden, was uns gut tut, braucht jedoch auch immer etwas Zeit und die nötige Achtsamkeit.

Deine Bedürfnisse achtsam ergründen

Willst Du Deine Wohnung so gestalten, dass sie zu Deinen Bedürfnissen passt, dann brauchst Du vorne weg so etwas wie eine Bedürfnisanalyse. Es verlangt, in uns hineinzuspüren, was sich in uns tut. Daraus entwickeln wir dann individuelle Erkenntnisse. Und diese gilt es dann konkret umzusetzen.

Eine Möglichkeit, sich mit diesen leisen und versteckten Bedürfnissen zu verbinden, bietet folgende Übung:

Mach es Dir bequem, leg Dich hin, wenn Dir leicht kalt wird, decke Dich zu oder setz Dich gemütlich auf Dein Sofa und schließe die Augen.

Atme ein paar Mal tief ein und aus, entspanne Dich mit jedem Mal ein wenig mehr (Nacken, Schultern, Kiefer sind oft besonders verspannte Zonen). Dann setze mit ganz normaler Atmung fort. Nun stelle Dir Dein Traumzimmer vor. Dieser Raum ist ganz nach Deinen Bedürfnissen gestaltet, hier ist alles so wie es Dir gut tut.
Nimm ihn mit all Deinen Sinnen wahr und frag Dich dann im Gedanken oder durchaus mit Stimme:

Welche Lichtverhältnisse hat es dort? Ist es im Raum warm oder eher kühler?

Erschnupperst Du einen bestimmten Duft?

Siehst Du eine Farbe an der Wand? Bilder?

Worauf schreitest Du – auf einem Holzboden oder einem weichen Teppichboden?

Welche Möbel siehst Du in diesem Raum? Du setzt Dich hin – worauf? Ein Sofa, ein Stuhl, ein Bett? Bauschen sich die Vorhänge, wenn ein leichter Luftzug durch das geöffnete Fenster dringt?

Hörst Du bestimmte Geräusche – das leise Plätschern eines Zimmerbrunnens? Von irgendwo zarte Musik? Gibt es Pflanzen?

...Wenn Du für Dich lange genug in Deinem Traumzimmer verweilt bist, dann nimm einen tiefen Atemzug und öffne Deine Augen, wenn Du magst, bewege Dich ein bisschen.

Vielleicht verwendest Du anschließend ein Notizbuch und schreibst Dein Gesehenes und Erlebtes hinein. Du kannst Dein Traumzimmer öfter besuchen und ergänzt dann in Deinem Büchlein immer wieder. Auch was an Gefühlen und Gedanken Dir dabei in den Sinn gekommen sind - Dinge, die Dir vielleicht auf den ersten Blick unpassend erscheinen, sind möglicherweise wichtig. Lass Dir dabei Zeit – das ist keine Aufgabe, die in wenigen Minuten erledigt ist. Nimm Dir über mehrere Tage Zeit dafür – für Dich. Lass Deiner Phantasie freien Lauf! Sei Dir bewusst, dass Deine Wohnung ganz einzigartig und für Dich bestimmt sein soll.


„Wohnen als Art und Weise des Auf der Welt Seins.“

Beim Wohnen - in unseren eigenen 4Wänden - können und sollen wir uns so geben, wie wir selbst sind. Nur wenn wir unsere Bedürfnisse kennen und wahrnehmen, wird auch unsere Wohnung unsere Individualität ausstrahlen und in ihrer Gestaltung unser einzigartiges auf der Welt Sein unterstützen.

Das verlangt zu fühlen, was Wohngestaltung mit uns macht und mit etwas Übung dann im Vorhinein zu wissen, was wir brauchen, um uns wohlzufühlen und das Bonmot „My home is my castle“ Wirklichkeit werden zu lassen.

Das wird sich auf Dein Leben, Deinen Alltag auswirken und du wirst Dich in Deinem Zuhause noch wohler fühlen.
Wenn Du konkrete Unterstützung beim Entdecken Deines individuellen wohnlichen „Innenlebens“ brauchst, dann stehe ich Dir gern als wohnpsychologische Expertin beratend zur Seite.

Noch ein Tipp: Durch die visuelle Reizüberflutung in Online-, Printmedien und im lauten Alltag sind wir schon längst überfordert.
Ein täglicher Spaziergang in der Natur oder auch nur ein längeres Verweilen des Blicks auf einen Baum oder Strauch vor dem Fenster hilft dem Gehirn, zur Ruhe
zu kommen. Mittlerweilen gibt es dazu unzählige Studien zur nachweislichen Wirkung von Naturbildern auf das parasympatische Nervensystem. Aber dazu mehr in meinem nächsten Blog….






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